Geschichten vom dreckigen Entlein

Bali ist für seine Zubereitung der Ente berühmt. Enten gelten hier (wie auch bei uns) als höherwertig verglichen zu Hendl und werden von allen Bevölkerungsklassen gespeist.

Wir haben das gleich zweimal während unseres Aufenthalts in Ubud probiert:

Als erstes wurde uns von Mirjams Schwestern die Ente (indonesisch „Bebek“) in unserem Hotel/Resort „Wapa di Ume“ nahegelegt. Es gibt sie hier in zwei Zubereitungsarten: als Bebek Megoreng und als marinierte Bebek Mepanggang.

Wir haben beide probiert und gegenseitig gekostet. Jeweils wurde eine halbe Ente serviert, die wir fast nicht auf den Teller hieven konnten, weil sie vor Zartheit bei Berührung zerfallen ist, so mürbe waren sie.

wp-1476850114188.jpgDie Enten werden scheinbar vorgekocht, um so zart zu sein, und dann unmittelbar vor dem Servieren „deep fried“. Mirjams Ente Megoreng war vom Geschmack her unserer europäischen Zubereitung sehr ähnlich.

wp-1476850064022.jpgMeine Ente Mepanggang war mit einer Gewürzmischung eingerieben und gefüllt, die hier für die Zubereitung typisch sein dürfte. Die Zutaten zur Kräuterpaste müssen zahlreich sein, man kann nur einzelne erschmecken und weiß, das noch viel mehr Gewürze und Kräuter beitragen. Jedenfalls haben wir Zitronengras, Ingwer, Curkuma, etwas Knoblauch und Zwiebel/Schalotten, sowie Nelken, Koriander, schwarzen Pfeffer und Chilis erkannt.

Neuer Tag, neues Glück…

(…für uns, nicht für die Enten…)

Stefan (links) und Ente (rechts)

Stefan (links) und Ente (rechts)

Besonders bekannt ist das Restaurant „Bebek Bengil“, das „Restaurant zu dreckige Ente“. Ich war bereits vor 9 Jahren hier essen und habe es als besonderes Erlebnis in Erinnerung. Den Namen hat das Restaurant übrigens selbst gewählt, nachdem kurz vor der Eröffnung  Jahr 1990 eine Entenfamilie durchgewatschelt ist und eine Menge Dreck hinterlassen hat. Die Besitzer hatten bislang keinen Namen für ihr Restaurant und waren sich nach diesem Vorfall schnell einig…

wp-1476849968610.jpgAm Eingang des sehr großen Restaurants, das durch einen großen Garten mit mehreren Wasserbecken und Springbrunnen aufgelockert wird und bei einem Reisfeld endet, wurden wir von einer tiefenentspannten Katze empfangen. Wobei „empfangen“ das falsche Wort ist, weil es einen aktiven Vorgang beschreibt, was es definitiv nicht war. Aber seht am Foto selbst.

wp-1476849892961.jpgServiert wurde und wird eine ganze Ente (angeboten als Speise für zwei Personen), leicht geräuchert, als Aperitiv ein Papaya-Wassermelonen-Saft und zahlreiche Beilagen: Satay-Spieße mit Huhn (vielleicht als Beilage zum Enten-Menü nicht ganz schlüssig), gebratene Fisolen/(Mung/)-Sojabohnensprossen, knusprige Reischips, Reis und zwei Saucen: eine erinnert an Ayvar und die andere ist ölig mit Pfefferoni, Chili und kleinen roten Zwiebeln.

wp-1476849634809.jpgFrüher musste man diese Ente einen Tag vorbestellen, davon ist man aber mittlerweile abgekommen: die „Smoked Dirty Duck“ gibt es á la carte täglich ohne Vorbestellung.

wp-1476861227400.jpgAuch diese Ente wurde mit der erwähnten Kräuterpaste kräftig gestopft und eingerieben, bevor sie diesmal allerdings offenbar im Rohr gebraten wurde. Sie zerfällt ebenso, ist aber leider vergleichsweise ein bißerl trockener gewesen.
Der Gewinner unseres Entenvergleichsessens ist somit die Bebek Megoreng vom Restaurant im Wapa di Ume, sie wird auch als „Mr. Wayan’s (Küchenchef?) favouried deep fried duck“ im Hotel angepriesen.

Ente gut, alles gut.

Hier habe ich ein paar Rezepte mit Fotos gefunden, die ich nicht vorenthalten möchte, falls es jemand ausprobieren will. Auch die Zubereitung der typischen Kräuterpaste wird hier noch genauer beschrieben:

Four o’clock tea

Wir haben hier in Ubud ein wunderbares Hotel, eigentlich eine riesengroße Anlage mit Villen und Häuschen, mitten in Reisfeldern. Das wird uns einen eigenen Beitrag wert sein.

Ab 15:30 wird man zu Tee geladen. Eine sehr nette Einrichtung, die wir nicht jeden Tag genießen können, weil wir auch die Umgebung kennenlernen möchten.

Zum Tee werden kleine Küchlein serviert. So gefällt mir das: Kokos-Crepe, eine in Reisteig umwickelte Banane mit Honig, ein westlicher Schokokuchen und ein indonesisch gewürztes Etwas (nicht wirklich süß, eher würzig-pikant) im Blätterteig – stilsicher serviert auf einem Bananenblatt .

Ubud

Wir sind mittlerweile in Ubud angekommen. Ubud liegt im Landesinneren und wird den Touristen als kultureller, künstlerischer und spiritueller Mittelpunkt der Insel verkauft, oft auch als das „echte Bali“. Nicht zuletzt durch „Eat, Pray, Love“, dem Blockbuster mit Julia Roberts suchen hier unzählige TouristInnen… tja, was eigentlich genau???

Auf den ersten Blick erschließt sich mir weder der künstlerische Hintergrund, noch die spirituelle Tiefe dieses Ortes, bloß belangloser Kommerz, wo auch immer man hin sieht. Die vielen angebotenen Souvenirs kann man kaum als künstlerisch besonders wertvoll erachten und dass an jeder Ecke ein Massagesalon um Kunden keilt, macht aus einem Ort noch lange kein holistisches Zentrum. Aus dem Norden der Insel kommend, wo wir einen klitzekleinen Blick auf den Alltag der Einheimischen erheischen konnten, wie sie leben, was sie essen, wie sie feiern, liegt dem „echten Bali“ nichts ferner als die Shopping-Hochburg Ubud. img_1114

Unzählige Backpacker hängen hier abends in Lokalen rum, essen im Liegen von großen Tischen, die man mit Unbekannten teilt. Scheint sehr en vogue zu sein. Ich will beim Abendessen aber nicht die ungewaschenen Füße meiner Mitmenschen betrachten müssen und noch weniger steht mir der Sinn nach Reisebekanntschaften oder auf die stets oberflächlichen Unterhaltungen, die die Eckpunkte der jeweils anderen Reise abfragen.img_4043img_1127

Aber vielleicht habe ich ganz einfach zu viel erwartet und hatte nur einen missglückten Einstieg und eventuell werde ich ja noch warm mit der Sehnsuchtsstätte so vieler sinnsuchender Reisender seit den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts, als der deutsche Musiker und Maler Walter Spies den Kult „Bali – Ubud“ begründete. Mal sehen…

 

 

Full Moon Party?

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Na, da haben wir aber geschaut, als heute Morgen eine kleine Prozession durch unseren Garten gezogen ist. Sieht man auch nicht alle Tage. Hatte sich dann auch schnell aufgeklärt – es ist nämlich Vollmond. Demzuehren findet in den benachbarten Tempeln eine große Zeremonie statt und da wir uns genau dazwischen befinden, führt der Umzug von einem zum andren Tempel sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite unseres Feriendomizils vorbei. img_0649img_0673img_0664

Im Tempel finden dann die Feierlichkeiten statt, es wird gesungen manche Leute bringen kleine Opfergaben dar.img_0624img_0639

So eine hinduistische Full Moon Party kann sich über so einige Stunden dahinziehen. Wem könnte man es da schon verübeln, wenn er sich  kurz für ein Fotoshooting davonstiehlt?

Warung Pesisi

Ein weiteres Restaurant in der Nähe ist das Warung Pesisi. Wir haben es beim Vorbeifahren entdeckt. Nach einem kurzen Blick auf die Karte und auf das Lokal selbst, wollten wir unbedingt mal am Abend zum Essen kommen. Das haben wir heute auch gemacht. Die Atmosphäre ist sowohl tagsüber als auch abends ausgesprochen friedvoll und romantisch.

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Kulinarisch auch sehr gut, das gelbe Hühnercurry nicht zu scharf, trotzdem würzig und aromatisch. Leider war der vom Kellner so sehr angepriesene gegrillte Tintenfisch dann leider aus, auch sonst war der Kellner a bisserl nervig, weswegen unser Aufenthalt nicht übertrieben lang ausgefallen ist. wp-1476542122084.jpgwp-1476542122091.jpg

 

Air Sunny

Wir haben trotz Agus‘ vorzüglicher Kochkünste auch ab und an auswärts gegessen. Das Air Sunny im Nachbarort Air Sanih (welch Wortspiel!) erwies sich als nettes kleines Restaurant, zwar mit nur beschränkter Karte, aber für unsere Zwecke mehr als ausreichend. Besonders gut fanden wir die Corn Fritters, Maiskörner in einer Eimasse herausgebraten – wir haben gleich einige Male zugeschlagen. img_3804img_3805img_3803

Selbstversorger – Villa

Im Mietpreis unseres Ferienhauses ist auch ein Koch mit inbegriffen, sprich wir sind „Selbstversorger“.  Damit wir hier nicht verhungern müssen, waren wir am Anfang unsres Aufenthalts ein paar Lebensmittel einkaufen. Unser Koch und Haushälter ist ein junger Balinese namens Agus, der täglich ganz tolle, abwechslungsreiche Gerichte für uns gezaubert hat. Es war jedes Mal köstlich, egal ob Hühnercurry, Mahi Mahi Spießchen oder der Barracuda in würziger Sauce. Letzterer wurde uns von „fahrenden“ Fischhändlern sogar an die Tür gebracht. wp-1476541657667.jpgwp-1476541722266.jpgwp-1476541942542.jpgwp-1476542018612.jpgwp-1476542310257.jpg

 

 

See – Tempel Pura Ulun Danu Bratan

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In den nahe gelegenen Bergen Nordbalis liegt der Vulkankratersee Bratan und wiederum darin der See Tempel Pura Ulun Danu Bratan, was soviel bedeutet wie Tempel am Kopf des Bratan Sees. Berühmt ist dieser hinduistisch – buddhistische Tempel aus dem 17. Jahrhundert für seine beiden Merus, der niedrigere 3-stöckige Shiva, der 11-stöckige Vishnu gewidmet.

Die Tempelanlage ist in eine großzügige Parkanlage am Seeufer eingebettet, wo sich weitere Tempel und Stupas befinden.  Das Areal ist sehr idyllisch, nur leider komplett überlaufen mit Touristen.

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Candikuning

Candiku-wie? Nicht ganz leicht zu merken, der Name des kleinen Dorfes an der Westseite des Bratan -Sees. Bekannt ist der Ort für seinen Markt und so kaufen auch wir etwas Gemüse fürs Abendessen, vergessen aber zu handeln und bezahlen so wahrscheinlich ein vielfaches des wirklichen Preises.img_0593img_0596img_0594img_0604

Git Git

Wer nun glaubt, wir würden nur faul rumliegen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, irrt gewaltig. Wir nutzen die Zeit hier natürlich auch, um Ausflüge zu machen und uns die Gegend anzusehen. Sehr beeindruckend fanden wir die Wasserfälle von Git Git, einem kleinen Ort im Norden der Insel auf der Strecke zwischen Singaraja und Denpasar.

Unser Fahrer bringt uns also zum Öffentlich Parkplatz von Git Git und meint 200m weiter rauf gehen und dann rechts abbiegen. Aha. Zum Glück treffen wir dann noch einen netten Balinesen, der sich als ortskundiger Führer herausstellt und uns anbietet, eine geführte Wanderung mit ihm zu machen, die uns zu einem geheimen Wasserfallführen soll. Aso. Wir beraten uns kurz, nehmen das Angebot an, und schon geht es los. Wir gehen vom Parkplatz aus 200m weiter rauf und biegen dann rechts ab. Hier gibt es die üblichen Verkaufsstandln und einzelne Anbieter für Canyoning- und Wildwasser Touren. Wir lehnen höflich ab und wandern weiter. Dann biegt unser Guide links ins Gebüsch ab, wir gucken noch ein bisserl verdutzt, sind froh über unsre Trekkingschuhe und folgen ihm dann auf einem kaum sichtbaren Pfad mitten durch den Dschungel. img_0413img_0418img_0351img_0427img_0378

Immer wider bleiben wir stehen, um uns die verschiedensten Bäume und Früchte erklären zu lassen, zupfen Blätter ab, zerkrümeln kleine Früchte zwischen unsren Fingern und riechen daran, um überrascht festzustellen, dass es sich um Nelken handelt. Unter anderem sehen wir Kakaofrüchte, Kaffeesträucher, Muskatbäume und Vanilleorchideen und viele andere mehr.img_0333img_0353img_0339

Wir dringen tiefer in den Dschungel, begleitet von einem kleinen Bach und umgeben von einem ohrenbetäubenden Grillenorchester, das sich eher nach einem Sägewerk anhört als nach dem lieblich, romantischen Zirpen, das man in unsren Breiten kennt. Es geht bergauf, dann wieder bergauf, über einige improvisierte Brücken, durch einen Felsvorsprung, bis wir plötzlich vor dem Wasserfall stehen und staunen. img_0442img_0397img_0478img_0503

Weiter gehts dann noch zu einem zweiten Wasserfall, dem eigentlichen Git Git Wasserfall und erst auf dem Rückweg über den „offiziellen“  Touristenpfad wird uns bewusst, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir haben viel gesehen, einige neue Sachen gelernt und mussten uns nicht mit den unzähligen anderen an den vielen Souvenirshops entlang drängeln. img_0502

Schließlich sehen wir uns auch noch den Twin Fall an, der auch gleich um die Ecke liegt.img_0618img_0620

 

 

 

Bakso Ayam

wp-1476342930322.jpgEs wurde wieder Zeit für einen Snack. Auf einem muslimischen Markt in dem Dorf haben wir uns nach einem Tempel-Besuch „Bakso Ayam“ bestellt. Ayam steht für Hendl und Bakso sind kleine Bällchen, die hier gerne in einer Suppe serviert werden. Bakso besteht eigentlich meist aus Rind, gibt es aber auch aus Fisch und Huhn.

Bakso, erklärt man uns, stammt eigentlich aus Java. Man bekommt es hier sehr häufig an den Ständen am Straßenrand oder an Märkten zwischen den Angeboten von Kräutern, Gewürzen, Stoffen oder frischem Obst und Gemüse.

wp-1476354386359.jpgDie Speise wird immer frisch zusammengesetzt: zuerst nimmt man eine Schale, dann gibt man die Zutaten hinein: Glasnudeln, Eiernudeln, geschnittenes Kraut, Petersilie/Koreander – wobei  hier auch gerne die Stengel mitgenommen werden -, einige knusprig frittierte getrocknete Zutaten, die ich nicht näher beschreiben kann (wirken etwas wie gebackene Wan Tan, manchmal sind aber auch kleinere frittierte oder gebackene Sachen dabei, es macht das Gericht „crispy“) und die Fleisch-/Fischbällchen. wp-1476354405796.jpgAm Ende kommt die Hühnersuppe drüber, die scheinbar schon seit Stunden vor sich her köchelt.

Das Ergebnis ist an sich schon sehr g’schmackig, aber es gibt eine Menge Gewürze und Saucen, die man sich nach belieben selbst am Tisch dazumengen kann: Chili(sauce), Sambal (würzige Sauce, leicht scharf) und ein paar andere Sachen.

wp-1476354425200.jpgHeraus kommt eine wirklich gute Mahlzeit – jedenfalls viel spannender als eine einfache Hühnersuppe.

Das Ende des Infinity-Pools

Seinerzeit (genau genommen noch früher) ging man davon aus, dass die Welt eine Scheibe sei. Ich begebe mich auf die Spuren dieser Zeit und starte einen Versuch in der Moderne.

Ein Infinity-Pool (übrigens laut Wikipedia als Unendlichkeitsbecken bezeichnet) ist ein scheinbar unendliches Becken, dessen Ende nur zu erahnen ist.

Wie ihr seht, haben mich die scheinbar hinter dem Becken hervorscheinenden Palmen skeptisch gestimmt. Wie es bei mir üblich ist, rede ich nicht lange herum, sondern probiere es aus:

Ihr seht, die Gesetze der Physik behalten auch nach diesem Versuch ihre Gültigkeit: alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Das gilt auch für einen Infinity-Pool.

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wp-1476319915783.jpgHatte ich noch nie. Steht in unserem Urlaubsdomizil mitten im Raum rum. War mir bisher als „Amerikanischer Kühlschrank“ bekannt. So ein mannshoher Kühlschrank mit mehreren Funktionen. Brauche ich für daheim auch nicht, aber ist interessant einmal zu probieren und ein paar Tage zu nutzen.

Der Apparat besteht aus einem Kühlschrankteil, klassisch gehalten, auf der rechten Seite. Sowie einem Tiefkühlfach auf der linken Seite. Jeweils über die ganze Höhe.

Das ist aber bei Weitem nicht alles: für den raschen Zugriff im Notfall, lässt sich an der Front, rechts, durch kurzen Druck ein Fach öffnen, mit dem ein direkter Zugriff zu den wichtigsten gekühlten Getränken (wir wissen alle, was gemeint ist) möglich ist. Praktisch. Unterhalb befinden sich zwei Laden, in denen man Lebensmittel tiefkühlen kann, aber scheinbar nicht so kühl wie im separaten Tiefkühlfach:

Dass dann auf der linken Seite, beim Tiefkühlfach, ein Eis-Crusher verbaut ist, mit dem man stilsicher sein Getränk mit grob gehackten Eissplittern verfeinern kann, rundet die Sache ab. Seht mal, wie großartig sich damit ein Gin Tonic in Windeseile zusammenstellen lässt.

So sieht ein professioneller Gin Tonic mit dem beschriebenen Kühlschrank aus

So sieht ein professioneller Gin Tonic mit dem beschriebenen Kühlschrank aus

Die Temperaturen der einzelnen Fächer lassen sich separat digital wählen. Wäre ein Netzwerkanschluss vorhanden, wäre das Gerät vermutlich IoT (Internet of Things)-fähig. Ich bin überzeugt, bei den nächsten Modellen kommt das alles noch.

Links neben dem Eis-Crusher ist ein Spender für Eiswasser verbaut. Den habe ich nicht weiter probiert, das erfordert zu viel Körpereinsatz, weil ich mich bei so waghalsigen Versuchen meist verkühle.

Für die Ungeduligen gibt es noch jeweils eine „Power Freeze“ oder „Power Cool“-Funktion mit der sich Frischgekochtes vermutlich ratz-fatz abkühlen lässt. Das habe ich nicht weiter probiert – es war mir den Energiebedarf für einen Blog-Beitrag nicht wert und außerdem bleibt bei mir selten was vom Frischgekochten übrig.

Alles in allem ein tolles Gerät. Für meinen Geschmack etwas übertrieben und für unsere Breiten nicht nötig (wenn ich etwas kühlen will, kann ich es 8 Monate im Jahr aufs Fensterbrett legen). Einzig der Energieverbrauch würde mich noch interessieren, aber für so eine Messung bin ich hier im Urlaub nicht ausgerüstet.

Hahnenkampf

Wie schon ausführlich erwähnt befinden wir uns im Norden der Insel. Hierher verirren sich nicht allzu viele Touristen. Daher kann man hier noch eher ein Gefühl für Land und Menschen bekommen. Als wir heute einen kleinen Ausflug gemacht haben, ist uns nicht weit von unsrem Haus ein Ansammlung an parkenden Mopeds aufgefallen. Nur kurze Zeit später erspähten wir auch etwas von der Straße zurück gesetzt eine wild gestikulierende Menschenmenge. Neugierig wie wir nun mal sind, haben wir unser Moped zu den anderen dazu gestellt und uns gleich mal unter die Leute gemischt. Um uns hauptsächlich Männer, die wild herum fuchteln, und sich um eine Stelle scharren. Das ununterbrochene Krähen und der ganz offensichtlich schnelle Besitzerwechsel von Geldbündeln lässt keine Zweifel, dass es sich hier um einen Hahnenkampf handeln muss. Hahnenkämpfe sind in Bali außerordentlich beliebt und die Männer setzen teils horrende Beträge auf die einzelnen Tiere.wp-1476279429706.jpg

Für uns bietet dies in erster Linie eine hervorragende Möglichkeit, einen kleinen Snack zu uns zu nehmen. Es gibt verschiedene Stände mit Obst, Zigaretten, Suppen etc. Wir wählen die Suppe mit Fleischbällchen und Gemüse. Die Bällchen sind recht fest, etwas zäh, aber die Suppe ist ganz hervorragend. wp-1476279429699.jpg

Zum Glück bin ich mit dem Essen schon fast fertig, als einer der Kämpfe gerade beendet wird und der leidvolle Verlierer-Hahn zur Seite gebracht und vor unseren Augen von seinen Qualen befreit wird. Mir bleibt der letzte Bissen im Hals stecken, es fließt Blut und mir wird schlecht. Kein Tier sollte rein zur Belustigung von Menschen derart leiden  müssen! wp-1476279429719.jpg

 

Home Sweet Home

Unser zu Hause, zumindest für die nächsten paar Tage, ist ein Strandhaus in der Nähe von Singaraja, der zweitgrößten Stadt Balis. Und DAS ist unsre Aussicht, und zwar so ziemlich von jedem Punkt des Hauses aus: vom Wohnzimmer, vom Schlafzimmern und sogar von der Badewanne aus: img_0320

Den Pool und das Haus haben wir ganz für uns alleine und wir haben auch vor, die Ruhe und Abgeschiedenheit auch voll und ganz auszukosten 🙂img_0321img_0319img_0318img_0330

Die Insel der Götter

Von Kuala Lumpur ist es noch ein Dreistundenflug nach Bali und man sollte auch gut drei Stunden vorher am Flughafen sein. Also mal wieder eine kurze Nacht, eine problemlose Fahrt mit dem KLIA Express, der Kuala Lumpur mit dem Kuala Lumpur International Airport (->KLIA, grrrr schon wieder ein Akronym) verbindet, ewig langes Warten am Gate und Ankunft mit einstündiger Verspätung in Denpasar, der Hauptstadt Balis. So sieht übrigens der Flughafenausgang aus:img_3793

Von Denpasar aus fahren wir noch gute drei Stunden in den Norden der Insel nach Singaraja, wo wir für die erste Woche ein Strandhaus gemietet haben.

Der Verkehr in Denpasar ist unfassbar, wir stehen im Stau, nichts geht mehr, auf der zweispurigen Hauptstraße tummeln sich mindestens fünf Fahrzeuge nebeneinander, dazwischen noch hunderte Mopeds und ich hoffe, dass die Balinesen auch einen Gott des Verkehrs haben, der ihnen bei ihrer täglichen Anfahrt zum und vom Arbeitsplatz wohlgesonnen zur Seite steht. SO habe ich mir Bali nicht vorgestellt. Die Straßen sind gesäumt von modernen Einrichtungsläden und Mopedverleihern und es dauert eine Ewigkeit bis wir aus Denpasar raus sind. Schön langsam ändert sich dann aber auch die Umgebung und immer öfter rücken traditionelle Häuser und Tempel ins Blickfeld. Zunehmend wird es auch grüner. Um in den Norden zu gelangen, müssen wir über die Berge. Die Straße ist kurvig und die knapp 90 km lange Strecke zieht sich ziemlich dahin. Kein Wunder, dass man dafür über drei Stunden braucht,  bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 30 km/h. Hier ein paar Eindrücke von der Fahrt:img_0299img_0304img_0313

 

The Majestic Kuala Lumpur

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Die beiden Nächte in Kuala Lumpur verbrachten wir im Hotel Majestic. Die Wahl fiel in diesem Fall nicht schwer – schon vor neun Jahren nächtigten wir mal in einem Majestic Hotel, und zwar in Saigon. Nach einem Schlaf – Marathon von über 24 Stunden hat Stefan eben jenes Hotel zum allerbesten Hotel, in dem er jemals abgestiegen ist, erkoren und seither seine Meinung nicht revidiert. Also war ziemlich schnell klar, dass wir uns auch in Kuala Lumpur für das Majestic  entscheiden würden und haben es nicht bereut. Wo ich in Saigon noch immun zu sein schien gegen die einschläfernde Wirkung des Hotelzimmers und die Stadt auf eigene Faust erkundet habe, hat es uns diesmal beide voll erwischt. Schon am ersten Tag haben wir einen (unbeabsichtigten) mehrstündigen Mittagsschlaf eingelegt, natürlich nur Jetlag bedingt. Nur wenige Stunden später sind wir wieder todmüde in die Federn gefallen und erst am nächsten Tag nach 14:00 aufgewacht.

Wie schon in Saigon, besteht auch das Haus in Kuala Lumpur aus einem traditionellen Kolonialbau mit modernem Zubau, was sich img_0129auch jeweils in der Inneneinrichtung widerspiegelt. Viel Stuck, Holz undimg_0132 schwere Möbel im Altbau, schnörkellose Eleganz im modernen Teil. Wir haben uns noch jedes mal für die moderneren Zimmer entschieden. Auch als uns diesmal an der Rezeption eine Suite in kolonialem Stil angeboten wurde, haben wir uns lieber für unser vorab gebuchtes modernes Zimmer ausgesprochen. Wirklich ein ausgesprochen tolles Hotel.

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Bukit Bintang

 

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Unsere Rundfahrt endet dann auch bei den Twin Towers in KLCC – Kuala Lumpur City Centre (die Malaysier haben einen Hang zu diesen unleidlichen Akronymen, alles wird abgekürzt). Es ist viel zu spät, um noch die Aussichtsplattform zu besichtigen, selbst wenn wir das gewollt hätten. Wir sind nicht weiter traurig darüber und begeben uns zu Fuß in Richtung Bukit Bintang, DEM Shopping und Vergnügungsviertel in Kuala Lumpur schlechthin. Der Weg dahin führt uns zunächst in ein Shopping Center, wo wir im untersten Stockwerk durch einen ziemlich langen Fußgänger -Tunnel müssen und dann den Skywalk nehmen, wieder eine eigens für Fußgänger geschaffene Vorrichtung, die uns über die teils vierspurigen Straßen zu einem weiteren Shopping Center bringt. Bei der Stadtplanung wurde anscheinend auf die Fußgänger vergessen, denn es gibt kaum Möglichkeiten weitere Strecken auch nur halbwegs bequem zu erreichen, geschweige denn Zebrastreifen, Gehsteige und dergleichen.

In Bukit Bintang reiht sich ein Shopping Center an das Andere. Sämtliche Luxus Labels sind hier in einer Dichte vertreten, die Modemetropolen wir Paris oder Mailand ziemlich dürftig aussehen lassen. Mich wundert immer wieder, ob sich das für die Modehäuser wirklich auszahlt: drei Dior Filialen, zwei Louis Vuitton Boutiquen und ebensoviele Prada Shops innerhalb eines halben Quadratkilometers? Diese sind auch ausnahmslos immer leer. Ich habe in Asien noch nie jemanden tatsächlich IN einem dieser Geschäfte gesehen. Na, es wird sich schon lohnen, und zumindest sichert es Arbeitsplätze.

Für uns ist das Shopping Angebot heute mal zweitrangig. In erster Linie brauchen wir dringend was zum Essen, denn außer ein paar Satay Spießchen am Straßenrand, ist unsere heutige Verpflegung sehr dürftig ausgefallen. img_0155

Im Hotel meinte man, hier in Bukit Bintang gäbe es eine große Auswahl an Restaurants. Stimmt, aber leider hauptsächlich westliche (Fast) Food Ketten und Läden, die man eher als typische Touristenfalle bezeichnen würde.  Zu Stefans Unmut wandere ich immer weiter und weiter, ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, kann schon seinen leeren Magen knurren hören, und meiner Stimmung ist das lange Suchen auch nicht zuträglich. Aber wir haben Glück und finden eine Straße, wo es vor Garküchen nur so wimmelt – Jalan Alor. Viele Tische sind sogar von Einheimischen belegt, meist ein untrügliches Zeichen für authentische und  sehr gute Küche. Wir werden nicht enttäuscht, essen hauptsächlich Fisch und Meeresfrüchte und lassen die quirlige Stimmung des Nachtmarktes auf uns wirken.img_0290img_0263img_0264img_0267img_0279

Kuala Lumpur

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Wie schon erwähnt ist unser erster Stop Kuala Lumpur. Jeder verbindet damit natürlich sofort die Petronas Twin Towers. Darüberhinaus wusste zumindest ich nicht wirklich, was zu erwarten.  Auch wenn man vorab Reiseführer wälzt und versucht, sich mittels Internet Recherche ein Bild der Zieldestination zu machen, ist es doch jedes Mal etwas ganz anderes vor Ort zu sein: kein Buch, Stadtplan oder Youtube – Video kann Einem vermitteln, wie es ist, mitten in einer noch unbekannten Stadt zu stehen und keine Ahnung zu haben, was sich hinter der nächsten Straßenecke verbirgt.

In solchen Fällen finde ich es immer recht nützlich, sich mal einen groben Überblick vor Ort zu verschaffen. Zu diesem Zweck nutzen wir sehr gerne die Hop-On Hop-Off Busse, die es mittlerweile in fast jeder größeren Stadt gibt. Man bekommt ziemlich schnell ein Gefühl für die Gegenden, die einen mehr oder weniger interessieren und kann überall aussteigen, sich etwas genauer ansehen oder einfach nur treiben lassen, und dann bequem wieder weiter fahren.

Kuala Lumpur hat uns wirklich positiv überrascht, denn wir hatten nicht erwartet, dass die Stadt derart begrünt ist. Neben den erwarteten Hochhäusern der City, erstrecken sich in und um den Stadtkern weitläufige Parks und Grünanlagen. Der im Osten der Stadt befindliche Lake District beherbergt  neben dem Istana Negara, dem einige Hektar umfassenden Nationalpalast nebst Gärten und Nationalmonument auch einen Botanischen Garten, einen Vogelpark, ein Planetarioum und einen Schmetterlingspark.img_0016img_0025img_0193img_0166

Weiter auf unserer Route lagen auch die Nationalmoschee, ein monströses, eher unhübsches Gebäude mit blauem Dach, unzählige Paläste und Denkmäler, der alte Bahnhof, der neue Bahnhof Sentral, der KL Tower, Chinatown, Little India, der Central Market und viele andere mehr, die ich mir nicht merken konnte und natürlich auch die bereits erwähnten Petronas Twin Towers. Die übliche Touristenroute eben, etwas langweilig, aber meines Erachtens eine solide Ausgangsbasis, um dann beim nächsten Mal jene Platzerl aufzusuchen, wo man sich wohl gefühlt hat und von dort aus auf eigene Faust weitere Erkundungen zu starten.img_0039img_0147img_0074img_0049img_0057img_0087

 

 

 

 

 

 

Unser Flug mit dem Dreamliner – Boeing 787

Geflogen sind wir diesmal mit Qatar Airways, zumal sie die schnellste Verbindung anbieten, welche immer noch 15 Stunden dauert, aber vor allem, weil sie die besten Angebote hatten. Übrigens sind wir das erste Mal mit einem Dreamliner geflogen, dem neuesten Flaggschiff von Boeing. Ist schon ein Unterschied, nichts ruckelt mehr, alle Bewegungen des Flugzeugs sind sehr weich und fließend und man fühlt sich eher wie auf einem Schiff, als in der Luft. Mit nahezu ähnlicher Wirkung: obwohl ich eigentlich nicht zu Seekrankheit neige, hatte ich immer mal wieder ein flaues Gefühl im Magen, aber vor allem wurde ich Landkrank als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Am ersten Tag in Kuala Lumpur hatte ich ständig das Gefühl, der Boden unter mir würde schwanken.

Abgesehen davon, ist die Boeing 787 ein toller Flieger, sehr modern und voll neuester Technologie. Als Fluggast fällt einem zum Beispiel sofort auf, dass es keine „Rollos“ mehr an den Fenstern gibt. Stattdessen sind die Fenster selbst dimmbar, und mit verschiedenen Farben des Fensterglases kann im Flugzeuginnenraum je nach Bedarf eine gewünschte Stimmung erzeugt werden. Dies wird auch sehr stark von der Besatzung genutzt, und wo man in „älteren“ Flugzeugmodellen noch selber entscheiden kann, ob man lieber die Sonne rein lässt oder doch die Rollos runterklappt, so hat man im Dreamliner nur noch theoretisch die freie Wahl, denn die Einstellung der Dimmung wird von der Besatzung vorgegeben und individuelle Einstellungen werden einfach überstimmt.

http://www.qatarairways.com/de/de/boeing-787-dreamliner-experience.page

Trotz dieser Stimmungsbevormundung war es ein angenehmer Flug. Den kurzem Zwischenstopp in Doha nutzten wir gleich, um uns den neuen Flughafen anzusehen. Sehr weitläufig, aber kulinarisch leider enttäuschend. Leidglich die typische Flughafen – Fressmeile.