Verpflegung auf San Blas

Im Quartier ist Vollpension inbegriffen, dementsprechend werden wir hier auch drei mal am Tag köstlich bekocht. Frühstück gibts pünktlich um 08:00. Es besteht immer aus Ei, unterschiedlich zubereitet, mal gebraten, mal gespiegelt, dazu Würstel frittiert und Kuna Brot. Dieses besteht aus leicht gesüßtem Germteig und ist wie es sich in diesen Breitengraden so gehört, natürlich auch frittiert. Schmeckt ungefähr so wie hausgemachte Krapfen, ohne Marmelade. Mittags und abends gibt es dann immer was aus dem Meer. Mal ist es ein frisch gefangenes Fischerl, mal Krabbe, dann aber auch mal Schrimps aus dem Tiefkühlsackerl oder auch eine Art Surimi-Gröstl. Meistens ist das Essen sehr lecker, manchmal ist für meinen Geschmack einfach zuviel Koriander drin. Das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung, weil ich das Kraut einfach überhaupt nicht mag.

Den frechen Gecko, der sich da an unserem Tonic laben wollte, haben wir aber nicht verspeist 🙂

 

El Trapiche Panama City

Es war nicht ganz leicht, ein echtes panamaisches Restaurant zu finden. Es gibt unzählige Italiener, Japaner  und auch chinesische Restaurants, aber einheimische Küche – schwierig. Im Internet stießen wir dann auf das El Trapiche, und wir erinnerten uns auch daran, es in einer Koch/Reisesendung gesehen zu haben, wo es lobende Erwähnung fand. Also nichts wie hin.

Einen kurzen Spaziergang weiter erwartet uns ein eher unscheinbares Lokal, und Kellner mit lustigen Panamahüten. Die Speisekarte ist recht umfangreich, wir entscheiden uns für gemischte Ceviche als Vorspeise, danach Surf & Turf für Stefan und Surf für mich, in der Karte als Jumbo-Shrimps bezeichnet.

Die Ceviche ist gut, die Hauptspeisen fallen aber etwas anders aus als erwartet. Stefan’s Steak wurde vor dem Braten noch kräftig zurecht geklopft und meine Jumbo Dinger sind eher durchschnittliche, zu stark gebratene Shrimpserl. Als Beilage serviert man hier Banane in klebrigem Erdbeersirup und doppelt gebackenen Kochbanane: die Kochbananen, hier auch Platanes  genannt, werden in ca 3 cm große Stücke geschnitten, dann frittiert, danach platt gemacht und nochmal frittiert -> das Ergebnis ist ein nach rein gar nichts schmeckendes fettiges Teil, das die darin enthaltenen Kalorien einfach nicht wert ist. Gutes Kraftfutter, aber geschmacklich eher dürftig. 

 

Der Flug mit dem Tiger (oder: Premier Lounge am Flughafen Denpasar)

wp-1477397543519.jpgEigentlich sollte uns der Tiger (Tiger Air) flott, wie es die Großkatzen in der Sendung „Universum“ vormachen, nach Singapur transportieren. Leider ist unser Flug aufgrund der Sperre des Flughafens nach einem Vulkanausbruch des Vulkans „Mount Rinjani“ und der in die Luft gespieenen Vulkanasche um mehr als 3 Stunden verzögert. Spektakuläre „Tatsache“! (Heute nennt man es „Alternative Fact“) Davon haben wir ja gar nichts gelesen. Mirjam kann’s nicht glauben: „Und wieso ist dann nur unser Flug verspätet?“, fragt sie. Verdutzt schaut der Bursche am Check In und ruft nach seinem Supervisor. OK, die aufliegenden Hinweiszettel haben sie schnell entfernt. Die schriftliche Bestätigung, die ich bekommen habe, wollten sie zurück (siehe Foto nebenan). Die hab ich aber schon eingepackt und ich will jetzt nicht mehr die Tasche öffnen. Dumm gelaufen, Tiger. Der neue Grund für die Verzögerung ist jetzt ein defektes Flugzeug und sie müssen ein neues einfliegen. Klingt schon plausibler, Tiger. Hoffen wir das Beste für uns und den neuen Flieger.

Was machen wir nun aus der gewonnenen Zeit in Bali und der verlorenen Zeit in Singapur? Wieder hat Mirjam eine zündende Idee: hier gibt es sicher eine gute Lounge. Der Flughafen wurde ja vor wenigen Jahren neu gebaut.

Schon sind wir bei der „Premier Lounge“ angekommen. Mirjam hat zum Glück zumindest einmal ihre Diners Club Karte in den letzten 12 Monaten belastet und ist daher für einen kostenfreien Eintritt legitimiert. Für mich müssen wir US$ 28 löhnen, erfahrungsgemäß geht dieser Business Case aus meiner Sicht aber locker auf. Wir haben mehr als 5 Stunden Zeit – hallo? Was ich da verdrücken kann…

wp-1477390921179.jpgWir bereuen es nicht: in der Lounge gibt es zwei Buffets: das Kleine bietet Mini-Hamburger, Toasts (mit Chicken, vegetarisch oder Käse) und Süßspeisen (Törtchen, Schnitten) sowie Säfte und Tees. [Ich muss kurz unterbrechen – mir ist beim Bloggen grad aufgefallen, dass ich den Käsetoast noch nicht probiert habe… Fauxpas!]

wp-1477390980682.jpgDas große Buffet bietet Suppen (Championcreme und Minestrone), panierte Hühnerflügerl (übrigens unser Favorit!), Chicken Rolls („Würstchen im Schlafrock“), Frühlingsrollen (vegetarisch und nicht), Reis (gedämpft, gebraten uvm.), Früchte, Saucen, Dips und Zubehör (Salz, Pfeffer, Tabasco, diverse lokale „Sambals“).wp-1477390308096.jpg

Aber dann haben wir was Tolles entdeckt: die Damen hinter „der Pudel“ nehmen Bestellungen entgegen. Die Russen bestellen dort ihren Wodka, die Engländer veredeln dort das Tonic mit Gin, Mirjam bekommt ein Glas Weißwein (übrigens den besten Wein seit Wochen) und ich entdecke das frisch zubereitete Spezialmenü: chinesische Hühnersuppe oder (und?) wp-1477397811264.jpgSpaghetti Carbonara. Meine Wahl fällt italienisch aus. Mann, waren die gut! Ich melde das den Damen an der Pudel, sie freuen sich über die Rückmeldung und holen den Koch. „Der Koch muss Italiener sein“, denke ich mir. Die schmalen Augen verraten mir, dass ich mich irre.

Übrigens: der Tiger wollte uns zu einem Lunch auf Gate 2 als Wiedergutmachung einladen. Wir haben uns erkundigt, was es gibt. „Meal: rice and potatoes“. Wir haben verstanden (Kohlenhydrate sättigen) und haben sicher mit dem Besuch der Lounge die richtige Wahl getroffen. Die Zeit vergeht ganz schon schnell beim Bloggen. Vor allem wenn man so gewissenhaft vorgeht und die meisten Speisen probieren muss, um einen ernsthaften Bericht verfassen zu können. Ich hoffe, ihr wisst das zu schätzen…

Vulkane

Bali befindet sich direkt auf dem Pazifischen Feuerring. Davon zeugen die noch immer aktiven Vulkane der Insel. Bei Touristen und Reiseveranstaltern gleichermaßen beliebt ist der mit über 3.000 Metern höchste Berg der Insel, der Vulkan Gunung Agung. Allenorts prangen Werbetafeln für geführte Touren, die morgens um zwei Uhr losgehen und dann nach stundenlangem Aufstieg ein Frühstück bei Sonnenaufgang am Gipfel anpreisen. Uns ist das ganz ehrlich zu mühsam, wir sind zu faul und begnügen uns mit dem Anblick des Agung und des Mount Batur aus der Ferne. img_3905

Ubud – Nachtrag

Nach ein paar Tagen in Ubud freunde ich mich schön langsam etwas mehr mit der Stadt an. Zwar kann ich nach wie vor nicht ganz nachvollziehen, warum so viele Bali – Urlauber meinen, Ubud sei ruhig und authentisch, aber wahrscheinlich sind die alle vorher nur in Kuta gewesen.

Wir machen das, was man hier so machen kann: der Abgeschiedenheit des Hotels frönen, die eine oder andre Wellnessbehandlung genießen, durch die Gassen flanieren,  im großzügigen Shoppingangebot schwelgen und nicht zuletzt dem kulinarischen Angebot huldigen.

Ubud ist nicht besonders groß, im Prinzip eine Einbahnstraße in U-Form, vom Tempel Richtung Affenwald und wieder zurück, dazwischen der Central Market, ein Fußballfeld, sowie einige Gassen daquer. Die Straßen gesäumt von Restaurants, Cafés, Bars, hippen Läden und vereinzelten Galerien. Das meiste wirkt sehr neu und stylish. img_1112img_1277img_1122img_1120

Man bekommt hier vom grünen Smoothie bis zum Long Island Ice Tea, vom veganen Rohkostteller bis zu fettigem Fastfood eine breitgefächerte Auswahl an vor allem westlicher Küche.  Eher selten wird balinesisch gekocht und spiegelt wohl die Nachfrage wider. Dennoch lassen sich auch ganz vorzügliche Restaurants finden, und ich muß gestehen, dass ich eines der besten Gerichte des ganzen Urlaubs in einem kleinen Warung mitten in Ubud genießen durfte.

Dewa Warung – kulinarisch eine Bereicherung. Das Melanzani – Curry kommt ganz unscheinbar daher, mundet aber vorzüglich, es ist sehr würzig, aber nicht so scharf, dass die Zunge taub wird und man nichts mehr schmecken kann. Ein Gedicht. Mindestens genauso gut – das Hühnerfleisch mit Ingwer und Cashewkernen: auch hier wieder genau die richtige Balance zwischen der Schärfe der Chilis, der Frische des Ingwers, sanft mit Soyasauce und Sambal gewürzt, das Gemüse knackig, Hühnerfleisch extrem zart und saftig und darüber die knusprigen Cashews. Köstlich! img_4041

Ausgesprochen nett fanden wir auch das Angsa Cafe, vor allem wegen des tollen Ausblicks auf Reisfelder, und das buchstäblich mitten IN Ubud. Wenn man länger hier sitzt, kann man mit etwas Glück sogar beaobachten, wie der Nachbar mit schwerem Gerät sein Reisfeld bestellt.img_1126img_1165img_1130

 

Ein kleiner Snack erfüllt seinen Zweck…

„das reimt sich, und was sich reimt ist gut…“, hat einmal ein weiser Pumuckel gesagt.

Eigentlich wollte ich ja nur die Wäsche zur Laundry bringen, damit wir für die letzten Tage gerüstet sind und vielleicht zu Hause weniger Aufwand mit dem Waschen haben. Aber es soll ja keine Eile aufkommen – da bleibt Zeit für ein Bier und eben einen Snack.

Viele Restaurants haben hier in der Futterstraße Jl. Pantai Mengiat (mit vielen Restaurants und Bars) noch geschlossen. Das Lokal „Beergarden“ hat aber offen, ist in der Nähe und die Bar voll mit Engländern.

Ich habe den Appetizer „Three deep fried Prawns“ für die kulinarische Unterstützung des Besuchs gewählt. Die waren überraschend lecker. Der Koch muss was vom Panieren verstehen – der Name des Chefs ist Andreas Menzel (oder so ähnlich; Name von der Redaktion vergessen). Auf der Karte gibt es (neben lokalen Gerichten und einer Auswahl an thailändischer Küche) auch Linsensuppe mit Wiener Würstchen, Cordon Bleu in verschiedenen Schreibweisen, Gulasch, Beef Stroganoff, Hunter Schnitzel, Stelze und Geschnetzeltes „Züricher Style“.

So ein westlicher Ausflug tut nach gut zwei Wochen auf der Insel auch mal wieder gut. Ich werde es aber bei den drei kleinen Meerestierchen belassen, heute Abend schauen wir zum Jimbaran Bay, das für seine Strandlokale und die Meeresfrüchte berühmt ist. Stay tuned!

Geschichten vom dreckigen Entlein

Bali ist für seine Zubereitung der Ente berühmt. Enten gelten hier (wie auch bei uns) als höherwertig verglichen zu Hendl und werden von allen Bevölkerungsklassen gespeist.

Wir haben das gleich zweimal während unseres Aufenthalts in Ubud probiert:

Als erstes wurde uns von Mirjams Schwestern die Ente (indonesisch „Bebek“) in unserem Hotel/Resort „Wapa di Ume“ nahegelegt. Es gibt sie hier in zwei Zubereitungsarten: als Bebek Megoreng und als marinierte Bebek Mepanggang.

Wir haben beide probiert und gegenseitig gekostet. Jeweils wurde eine halbe Ente serviert, die wir fast nicht auf den Teller hieven konnten, weil sie vor Zartheit bei Berührung zerfallen ist, so mürbe waren sie.

wp-1476850114188.jpgDie Enten werden scheinbar vorgekocht, um so zart zu sein, und dann unmittelbar vor dem Servieren „deep fried“. Mirjams Ente Megoreng war vom Geschmack her unserer europäischen Zubereitung sehr ähnlich.

wp-1476850064022.jpgMeine Ente Mepanggang war mit einer Gewürzmischung eingerieben und gefüllt, die hier für die Zubereitung typisch sein dürfte. Die Zutaten zur Kräuterpaste müssen zahlreich sein, man kann nur einzelne erschmecken und weiß, das noch viel mehr Gewürze und Kräuter beitragen. Jedenfalls haben wir Zitronengras, Ingwer, Curkuma, etwas Knoblauch und Zwiebel/Schalotten, sowie Nelken, Koriander, schwarzen Pfeffer und Chilis erkannt.

Neuer Tag, neues Glück…

(…für uns, nicht für die Enten…)

Stefan (links) und Ente (rechts)

Stefan (links) und Ente (rechts)

Besonders bekannt ist das Restaurant „Bebek Bengil“, das „Restaurant zu dreckige Ente“. Ich war bereits vor 9 Jahren hier essen und habe es als besonderes Erlebnis in Erinnerung. Den Namen hat das Restaurant übrigens selbst gewählt, nachdem kurz vor der Eröffnung  Jahr 1990 eine Entenfamilie durchgewatschelt ist und eine Menge Dreck hinterlassen hat. Die Besitzer hatten bislang keinen Namen für ihr Restaurant und waren sich nach diesem Vorfall schnell einig…

wp-1476849968610.jpgAm Eingang des sehr großen Restaurants, das durch einen großen Garten mit mehreren Wasserbecken und Springbrunnen aufgelockert wird und bei einem Reisfeld endet, wurden wir von einer tiefenentspannten Katze empfangen. Wobei „empfangen“ das falsche Wort ist, weil es einen aktiven Vorgang beschreibt, was es definitiv nicht war. Aber seht am Foto selbst.

wp-1476849892961.jpgServiert wurde und wird eine ganze Ente (angeboten als Speise für zwei Personen), leicht geräuchert, als Aperitiv ein Papaya-Wassermelonen-Saft und zahlreiche Beilagen: Satay-Spieße mit Huhn (vielleicht als Beilage zum Enten-Menü nicht ganz schlüssig), gebratene Fisolen/(Mung/)-Sojabohnensprossen, knusprige Reischips, Reis und zwei Saucen: eine erinnert an Ayvar und die andere ist ölig mit Pfefferoni, Chili und kleinen roten Zwiebeln.

wp-1476849634809.jpgFrüher musste man diese Ente einen Tag vorbestellen, davon ist man aber mittlerweile abgekommen: die „Smoked Dirty Duck“ gibt es á la carte täglich ohne Vorbestellung.

wp-1476861227400.jpgAuch diese Ente wurde mit der erwähnten Kräuterpaste kräftig gestopft und eingerieben, bevor sie diesmal allerdings offenbar im Rohr gebraten wurde. Sie zerfällt ebenso, ist aber leider vergleichsweise ein bißerl trockener gewesen.
Der Gewinner unseres Entenvergleichsessens ist somit die Bebek Megoreng vom Restaurant im Wapa di Ume, sie wird auch als „Mr. Wayan’s (Küchenchef?) favouried deep fried duck“ im Hotel angepriesen.

Ente gut, alles gut.

Hier habe ich ein paar Rezepte mit Fotos gefunden, die ich nicht vorenthalten möchte, falls es jemand ausprobieren will. Auch die Zubereitung der typischen Kräuterpaste wird hier noch genauer beschrieben:

Four o’clock tea

Wir haben hier in Ubud ein wunderbares Hotel, eigentlich eine riesengroße Anlage mit Villen und Häuschen, mitten in Reisfeldern. Das wird uns einen eigenen Beitrag wert sein.

Ab 15:30 wird man zu Tee geladen. Eine sehr nette Einrichtung, die wir nicht jeden Tag genießen können, weil wir auch die Umgebung kennenlernen möchten.

Zum Tee werden kleine Küchlein serviert. So gefällt mir das: Kokos-Crepe, eine in Reisteig umwickelte Banane mit Honig, ein westlicher Schokokuchen und ein indonesisch gewürztes Etwas (nicht wirklich süß, eher würzig-pikant) im Blätterteig – stilsicher serviert auf einem Bananenblatt .

Ubud

Wir sind mittlerweile in Ubud angekommen. Ubud liegt im Landesinneren und wird den Touristen als kultureller, künstlerischer und spiritueller Mittelpunkt der Insel verkauft, oft auch als das „echte Bali“. Nicht zuletzt durch „Eat, Pray, Love“, dem Blockbuster mit Julia Roberts suchen hier unzählige TouristInnen… tja, was eigentlich genau???

Auf den ersten Blick erschließt sich mir weder der künstlerische Hintergrund, noch die spirituelle Tiefe dieses Ortes, bloß belangloser Kommerz, wo auch immer man hin sieht. Die vielen angebotenen Souvenirs kann man kaum als künstlerisch besonders wertvoll erachten und dass an jeder Ecke ein Massagesalon um Kunden keilt, macht aus einem Ort noch lange kein holistisches Zentrum. Aus dem Norden der Insel kommend, wo wir einen klitzekleinen Blick auf den Alltag der Einheimischen erheischen konnten, wie sie leben, was sie essen, wie sie feiern, liegt dem „echten Bali“ nichts ferner als die Shopping-Hochburg Ubud. img_1114

Unzählige Backpacker hängen hier abends in Lokalen rum, essen im Liegen von großen Tischen, die man mit Unbekannten teilt. Scheint sehr en vogue zu sein. Ich will beim Abendessen aber nicht die ungewaschenen Füße meiner Mitmenschen betrachten müssen und noch weniger steht mir der Sinn nach Reisebekanntschaften oder auf die stets oberflächlichen Unterhaltungen, die die Eckpunkte der jeweils anderen Reise abfragen.img_4043img_1127

Aber vielleicht habe ich ganz einfach zu viel erwartet und hatte nur einen missglückten Einstieg und eventuell werde ich ja noch warm mit der Sehnsuchtsstätte so vieler sinnsuchender Reisender seit den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts, als der deutsche Musiker und Maler Walter Spies den Kult „Bali – Ubud“ begründete. Mal sehen…

 

 

Warung Pesisi

Ein weiteres Restaurant in der Nähe ist das Warung Pesisi. Wir haben es beim Vorbeifahren entdeckt. Nach einem kurzen Blick auf die Karte und auf das Lokal selbst, wollten wir unbedingt mal am Abend zum Essen kommen. Das haben wir heute auch gemacht. Die Atmosphäre ist sowohl tagsüber als auch abends ausgesprochen friedvoll und romantisch.

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Kulinarisch auch sehr gut, das gelbe Hühnercurry nicht zu scharf, trotzdem würzig und aromatisch. Leider war der vom Kellner so sehr angepriesene gegrillte Tintenfisch dann leider aus, auch sonst war der Kellner a bisserl nervig, weswegen unser Aufenthalt nicht übertrieben lang ausgefallen ist. wp-1476542122084.jpgwp-1476542122091.jpg

 

Air Sunny

Wir haben trotz Agus‘ vorzüglicher Kochkünste auch ab und an auswärts gegessen. Das Air Sunny im Nachbarort Air Sanih (welch Wortspiel!) erwies sich als nettes kleines Restaurant, zwar mit nur beschränkter Karte, aber für unsere Zwecke mehr als ausreichend. Besonders gut fanden wir die Corn Fritters, Maiskörner in einer Eimasse herausgebraten – wir haben gleich einige Male zugeschlagen. img_3804img_3805img_3803

Selbstversorger – Villa

Im Mietpreis unseres Ferienhauses ist auch ein Koch mit inbegriffen, sprich wir sind „Selbstversorger“.  Damit wir hier nicht verhungern müssen, waren wir am Anfang unsres Aufenthalts ein paar Lebensmittel einkaufen. Unser Koch und Haushälter ist ein junger Balinese namens Agus, der täglich ganz tolle, abwechslungsreiche Gerichte für uns gezaubert hat. Es war jedes Mal köstlich, egal ob Hühnercurry, Mahi Mahi Spießchen oder der Barracuda in würziger Sauce. Letzterer wurde uns von „fahrenden“ Fischhändlern sogar an die Tür gebracht. wp-1476541657667.jpgwp-1476541722266.jpgwp-1476541942542.jpgwp-1476542018612.jpgwp-1476542310257.jpg

 

 

Bakso Ayam

wp-1476342930322.jpgEs wurde wieder Zeit für einen Snack. Auf einem muslimischen Markt in dem Dorf haben wir uns nach einem Tempel-Besuch „Bakso Ayam“ bestellt. Ayam steht für Hendl und Bakso sind kleine Bällchen, die hier gerne in einer Suppe serviert werden. Bakso besteht eigentlich meist aus Rind, gibt es aber auch aus Fisch und Huhn.

Bakso, erklärt man uns, stammt eigentlich aus Java. Man bekommt es hier sehr häufig an den Ständen am Straßenrand oder an Märkten zwischen den Angeboten von Kräutern, Gewürzen, Stoffen oder frischem Obst und Gemüse.

wp-1476354386359.jpgDie Speise wird immer frisch zusammengesetzt: zuerst nimmt man eine Schale, dann gibt man die Zutaten hinein: Glasnudeln, Eiernudeln, geschnittenes Kraut, Petersilie/Koreander – wobei  hier auch gerne die Stengel mitgenommen werden -, einige knusprig frittierte getrocknete Zutaten, die ich nicht näher beschreiben kann (wirken etwas wie gebackene Wan Tan, manchmal sind aber auch kleinere frittierte oder gebackene Sachen dabei, es macht das Gericht „crispy“) und die Fleisch-/Fischbällchen. wp-1476354405796.jpgAm Ende kommt die Hühnersuppe drüber, die scheinbar schon seit Stunden vor sich her köchelt.

Das Ergebnis ist an sich schon sehr g’schmackig, aber es gibt eine Menge Gewürze und Saucen, die man sich nach belieben selbst am Tisch dazumengen kann: Chili(sauce), Sambal (würzige Sauce, leicht scharf) und ein paar andere Sachen.

wp-1476354425200.jpgHeraus kommt eine wirklich gute Mahlzeit – jedenfalls viel spannender als eine einfache Hühnersuppe.

Pizza mal anders: Kebap Pizza und Bosnische Pizza

Schon vor ein paar Monaten wurden wir in Gradiščak (Nord-Kroatien) angesprochen, ob wir eine Kebap-Pizza kennen. Ja, ich glaube, das haben wir in Wien schon gesehen: Pizzateig mit Kebapfleisch gefüllt und gefaltet (wie eine Pizza Calzone).

Aber das haben sie nicht gemeint. „Wir müssen das kosten!“ Und die Bosnische Pizza bei dieser Gelegenheit auch gleich! Dazu werden wir ins Restaurant Arka („Bistro Arka“) in Sveti Martin na Muri geführt. Bei der Bestellung wird es bereits spannend – was uns da jetzt wohl erwartet?

Bestellt werden neben Getränken:

  • Kepab Pizza
  • Bosanska Pizza (Bosnische Pizza)
  • Međimurska Pizza (Međimurje ist der Bezirk („Gespanschaft“), zu dem Sveti Martin na Muri gehört)

Kurz darauf werden sie auch schon serviert:

kebappizza1Kebap Pizza

Diese Kebap Pizza ist wirklich der Hit! Sie schaut grauslich aus, schmeckt aber wirklich hervorragend!

Als Basis für diese Kebap Pizza dient eine Pizza Margherita (Pizzateig, Käse, etwas Tomatensauce – kein Basilikum). Darauf wird Kebapfleisch gelegt und reichlich mit einer pikanten Sauce auf Majonäse-Basis garniert. Wir wollten die Zutaten zu dieser Sauce hinterfragen, das ist allerdings ein „Geheimnis des Hauses“. Für uns steht fest, dass die Basis Majonäse ist, allerdings mit etwas mehr Säure. Es schmeckt, als wären Essig-Gurkerl dabei, oder zumindest etwas vom Essigwasser, in dem sie gelagert werden.

kebappizzaschnittekebappizzastueckDie Zutaten für diese Pizza passen hervorragend zu sammen und ergänzen sich gut. Die Pizza mit dem Käse als deftige Grundlage, die Tomatensauce macht’s ein bißerl fruchtig und das Kebapfleisch ist herzhaft pikant. Die gewollt leicht saure Majonäse passt überraschend gut dazu und trägt wunderbar zum Geschmack bei.

Es ist wirklich ein Hit! Unbedingt probieren! Und nicht vom Aussehen abschrecken lassen! 😉

bosnischepizzaBosanska Pizza

Da dürft ihr jetzt nur einmal raten: was kann wohl das Besondere an der Bosnischen Pizza sein? Pizza mit Ćevapčići!!!

Laut Menükarte ist es eine Pizza mit Käse, Ćevapčići, Zwiebel und Rahm. Und genauso ist es auch. Serviert wird sie als Calzone, also eine „gefüllte Pizza“.

bosnischepizzaoffenIm Inneren finden sich die genannten Zutaten und sind gut erkennbar. Der Geschmack ist wie erwartet. Im Vergleich zur Kebap Pizza ist sie nicht so harmonisch. Sehr lecker, aber eigentlich isst man die Einzelteile: etwas vom Rand, etwas Käse und dann separat das eine oder andere Ćevapčići. Die Zwiebel und der Rahm passen natürlich gut dazu.

medjpizzaMeđimurska Pizza

Die Međimurska Pizza ist die Pizza mit lokalen Zutaten. Wir sind ja hier in Nord-Kroatien und nicht am Meer. Daher sind die lokalen Zutaten auch eher fleischlastig und stammen nicht aus dem Meer.

Laut Menükarte:

  • Tomatensauce
  • Käse
  • meso iz tiblice (eine lokale Spezialität: Fleisch/Schinken mariniert mit Schmalz aus einem Holzfass „tiblitsa“; Foto hier)
  • hausgemachte Wurst aus der Region (domaće kobasice), eine schnittfeste Rohwurst
  • Rahm

Eigentlich ist die Pizza noch mit

  • Paprika
  • Mais
  • Oliven
  • Zwiebel
  • und Kochschinken

belegt. Das macht die Pizza zu einem wunderbar ausgewogenem und fruchtigen Erlebnis! Falls sich jemand nicht über die Kepab Pizza traut, wird er/sie hiervon begeistert sein! Ganz große Empfehlung!

arkaallepizzenZusammenfassung und Wertung

Wenn ich die drei Pizzen bewerten muss, wäre die Kebap Pizza mein Favorit, weil sie die ausgefallenste Kreation ist. Gleich danach folgt die Međimurska Pizza, die wahrscheinlich den bei uns üblichen Pizzen am nächsten kommt und den meisten schmecken würde! Als Schlusslicht des Trios ordne ich die Bosanska Pizza ein, da die Zutaten eigentlich nicht so gut harmonieren und die Ćevapčići eher ein Gag sind als eine Aufwertung des Geschmackserlebnisses.

Ein Besuch beim Arka ist auf jeden Fall zu empfehlen und ein kulinarisches Erlebnis!

Ohja, ein Imbiss in Oía!

Nur ganz kurz, damit ihr nicht den Eindruck bekommt, ich schweife vom Thema „Essen“ dieses Blogs ab oder – noch schlimmer – ihr vielleicht glaubt, wir bekämen hier nix zu essen: wir waren ja heute mit dem Quad Moped in Oía. Dort ist sich ein kleiner Imbiss ausgegangen. Wir haben ja schon wieder so viele Stiegen bewältigen müssen…

wpid-20151013_151322.jpgHeute hat ein Oktopus (bestenfalls ein Achtel eines Oktopusses) geschmort in Vinsanto, mit Zwiebel (Schalotten?) und Oliven in Paradeissauce (= Tomatensoße) dran glauben müssen. War wunderbar, die Oliven (natürlich schwarze Kalamata-Oliven) haben unerwartet gut zu der sonst dem Stifado ähnlichen Speise gepasst!
wpid-20151013_153127.jpgDas hat nicht gereicht, also haben wir noch eine gegrillte Melanzani mit Knoblauch (erwähnenswert, war nämlich reichlich drin‘) und Feta sowie Kapern draufgelegt. Auch sehr lecker!

Griechischer Snack

Am ersten Urlaubstag sind wir entlang des Wanderweges zur nächsten Stadt nach Imerovigli spaziert. Das klingt leichter als es ist. Der Weg schlängelt sich entlang des Hanges und man muss zahlreiche Stufen bewältigen.

Dort angekommen haben wir uns einen Snack verdient. Gegrillter Oktopus und griechischer Salat.

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Beim griechischen Salat habe ich leider vor den Fotos schon zugeschlagen, daher wirkt der Feta etwas abgekiefelt und der Kern einer Olive zeugt auch davon…
Der Oktopus war wirklich lecker. Frisch gegrillt, mit einer Marinade aus Honig und Balsamico-Reduktion.

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In der Küche hat es gebrodelt und gut geduftet.

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Sehr authentisch… Natürlich war das nicht unser letzter Schmaus auf der Insel, also schaut wieder vorbei!

Krsovica auf Dugi Otok

IMG_2534Auf unseren Reisen durch die kroatische Adria wurde uns ein Platzerl mehrfach empfohlen: „Fahrts zum Hippi, das ist super dort. Wir schauen sicher auch dort hin„, hat gleich am ersten Abend ein Kundiger am Nachbarschiff gemeint, den wir um Empfehlungen gebeten haben.

OK, diese Beschreibung war etwas ungenau, aber die Bucht hat er uns zeigen können. Und ein paar Tage später haben wir tatsächlich das Bojenfeld angesteuert und uns an eine Boje gehängt. Mit dem Dingi sind wir schon am Nachmittag zur Konoba Krsovica an Land gefahren. Es ist die einzige Konoba in dieser Bucht im Naturpark Telašćica und nicht zu verfehlen.

Nach einer Speisekarte fragt man umsonst. Es gibt, was heute gefangen wurde bzw. was verfügbar ist: frische Fische (Goldbrasse, Wolfsbarsch; wir haben beim Einholen der Netze selbst zugesehen), Oktopus-Salat, Lamm, Rib Eye Steak und Mangold als Beilage. Das Meiste vom Grill. Oberhalb vom Restaurant ist ein kleiner Garten und ein Hühnerstall für die Eier. Der Garten scheint auszureichen, um das Restaurant mit Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern zu versorgen.

Am Abend hat uns Co-Skipper Flo mit dem Dingi zum Abendessen hingeschippert.

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IMG_2526 Das Essen war wirklich hervorragend. Wir haben uns mit Genuss die Bäuche vollgeschlagen. Schließlich war es die einzige Mahlzeit (abgesehen vom Frühstück) an diesem Tag.

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IMG_2549Bei ein paar Bier oder Wein haben wir am Abend den Sonnenuntergang und den Ausblick auf unser Boot und die Bucht genossen.

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„If it looks good, eat it!“

Im Fernsehen gibt es eine Sendung, die wir uns gerne ansehen: Der Alles-Esser

Er (Andrew Zimmern) bereist die Welt und hat einen kulinarischen Auftrag, alles zu probieren, so eklig es auch aussehen mag. Sein Spruch (in engl. Original) ist: „…and remember: if it looks good, eat it!„. Er motiviert also zum Ausprobieren.

Und nachdem ich eh gerne die Naschereien in Garküchen koste, habe ich mich dem Motto quasi angeschlossen. Dort gibt es meist gegrilltes und gekochtes, g’schmackiges und grundehrliches Essen um „kein Geld“. Die im Foto gezeigten Hendlteile haben zusammen umgerechnet 1 Euro gekostet, ergeben aber eine vollständige Mahlzeit. Mehr kann man bei der Hitze eh nicht essen. Man bekommt halt eher nicht das Filetstück, sondern die gegrillten Teile am Spieß (hier eher in einer Holzzange, in der die Teile eingeklemmt sind und gegrillt werden). In meinem Fall war es der Hals und allerhand anderes knorpeliges vom Huhn, aber sehr lecker, zum Abkiefeln, und mit einer süßen (Honig-?) Marinade erinnert es an Barbecue im europäischen Sinn (also gegrillt und nicht smoked, wie es die Amerikaner vorziehen).

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Ich kann es durchwegs empfehlen und wer sich an das Experiment erst mal vorsichtig annähern möchte, nimmt einfach die Hendlhaxerl. Die gibt es meist gegrillt oder paniert, wobei wir das eher mit Backteig vergleichen würden als einer Panade in unserem Sinn. Da kann nix schiefgehen.

Oder man probiert die einheimischen Würste, die gibt es vom Schwein (thail. „Moo“, gesprochen „Moooooohhhh“) oder eben wieder vom Hendl (thail. übrigens „Gai“).

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Heute sind wir mit dem Moped an einem anderen Standl vorbeigefahren, das hat auch superfein ausgesehen. Leider sind wir grad vom Frühstück gekommen und ich war nicht hungrig. Sonst wäre ich auf jeden Fall schwach geworden:

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Die Hendln hier sind ja sooo saftig und fein! Und die Thais wissen, wie man’s richtig zubereitet!