El Trapiche Panama City

Es war nicht ganz leicht, ein echtes panamaisches Restaurant zu finden. Es gibt unzählige Italiener, Japaner  und auch chinesische Restaurants, aber einheimische Küche – schwierig. Im Internet stießen wir dann auf das El Trapiche, und wir erinnerten uns auch daran, es in einer Koch/Reisesendung gesehen zu haben, wo es lobende Erwähnung fand. Also nichts wie hin.

Einen kurzen Spaziergang weiter erwartet uns ein eher unscheinbares Lokal, und Kellner mit lustigen Panamahüten. Die Speisekarte ist recht umfangreich, wir entscheiden uns für gemischte Ceviche als Vorspeise, danach Surf & Turf für Stefan und Surf für mich, in der Karte als Jumbo-Shrimps bezeichnet.

Die Ceviche ist gut, die Hauptspeisen fallen aber etwas anders aus als erwartet. Stefan’s Steak wurde vor dem Braten noch kräftig zurecht geklopft und meine Jumbo Dinger sind eher durchschnittliche, zu stark gebratene Shrimpserl. Als Beilage serviert man hier Banane in klebrigem Erdbeersirup und doppelt gebackenen Kochbanane: die Kochbananen, hier auch Platanes  genannt, werden in ca 3 cm große Stücke geschnitten, dann frittiert, danach platt gemacht und nochmal frittiert -> das Ergebnis ist ein nach rein gar nichts schmeckendes fettiges Teil, das die darin enthaltenen Kalorien einfach nicht wert ist. Gutes Kraftfutter, aber geschmacklich eher dürftig. 

 

Panama Kanal

Schon im Landeanflug auf Panamá City haben wir zahlreiche Containerschiffe erspäht, die im Golf von Panamá entweder Richtung Kanal steuern oder von dort kommen.

Als ersten Ausflug und erstes Highlight in Panamá sind wir zu den Miraflores-Schleusen gefahren, den ersten Schleusen des Panamá Kanals auf pazifischer Seite. Die Fahrt hat nur rund 20 Minuten gedauert und uns auch gleich einen ersten Eindruck von der Stadt und dem Umland gezeigt.

Bei den Miraflores-Schleusen gibt es einen „alten“ Teil, die ursprünglichen Schleusen, und etwas nördlicher eine neu konstruierte, und erst vor ein paar Jahren eröffnete, Schleusenanlage. Beide sind in Betrieb. In der Früh, mit Sonnenaufgang – aufgrund der Nähe zum Äquator immer so um 6 Uhr herum – passieren die ersten Schiffe vom Pazifik kommend die Schleusen. Mittags ist weniger los und am Nachmittag kommen die Schiffe von atlantischer/karibischer Seite und passieren Richtung Pazifik.

Den ersten Versuch, einen Kanal anzulegen, haben im Jahr 1876 die Franzosen unternommen, sind jedoch an den widrigen Bedingungen im Dschungel gescheitert. Ab 1902 haben die USA die Bauarbeiten erneut gestartet und bis 1914 fertiggestellt. Seither ist der Kanal unter US-amerikanischer Hoheit betrieben worden. Am 31.12.1999 hat das Land Panamá den Betrieb des Kanals übernommen und in den folgenden Jahren erweitert und eben auch die neuen Schleusen angelegt, die teilweise erst in den letzten Jahren in Betrieb gegangen sind.

Der Panamá Kanal ist gesamt etwa 82 km lang, die Passage des Kanals benötigt im Schnitt etwa 15 Stunden, erspart den Schiffen jedoch die Fahrt über Cap Hoorn, also die Umfahrung Südamerikas, einen Umweg von weit mehr als einer Woche, verbunden mit entsprechender Einsparung beim Energieaufwand (zB. Treibstoff).

Die Schleusen werden benötigt, da der Kanal zwischen den beiden Meeren einige Seen passiert, die in einer Höhe von 26 Metern über dem Meeresspiegel angelegt sind bzw. natürlich vorkommen.

Wer’s genauer wissen möchte, findet hier einen tollen Wikipedia Artikel mit einer übersichtlichen Skizze und Beschreibung des Kanals und Luftaufnahmen, die alles besser veranschaulichen.

Miraflores Besucherzentrum

In Miraflores gibt es ein Besucherzentrum, das wirklich wunderbar gestaltet ist. Selten sieht man eine Einrichtung, die speziell für Touristen und Besucher geschaffen wurde, und so informativ und gelungen ist.

Es gibt eine Aussichtsplattform. von der aus man wenige Meter neben den Schleusen den Schiffen zusehen kann. Außerdem gibt es ein kleines Kino, bei dem in einem 10 minütigen Film, die Notwendigkeit und Funktion des Kanals, der Bau und die Technik erklärt werden.

In einem Raum ist die Kommandozentrale des Panamakanals nachgebildet und man kann dort einen Eindruck bekommen, wie die Verkehrsleitung der mehr als 14.000 Schiffe, die jedes Jahr den Kanal passieren, abgewickelt wird.

Ein Museum zeigt die Geschichte des Baus des Kanals, mit etlichen Fotos und Darstellungen der „Baustelle“ im Dschungel.

Ein anderer Raum simuliert die Kommandobrücke eines Schiffs. Man bekommt den Eindruck, dass man nun an Board eines Containerschiffes ist, das auf den Kanal zusteuert. Ein Zeitrafferfilm zeigt in wenigen Minuten die Einfahrt auf der Pazifikseite, die Funktion der Schleusen, die Weiterfahrt über den künstlichen Kanal und die natürlichen Seen, sowie wiederum die Schleusen bei Colón – auf der atlantischen/karibischen Seite:

Oh, wie schön ist Panama

Während sich bei uns zu Hause die Temperaturen eher auf arktischem Niveau bewegen, genießen wir die ersten Tage unseres Urlaubs in Panama City bei freundlichen 30° Celsius. Dies ist unser erster Aufenthalt in Panama, überhaupt in Lateinamerika und dementsprechend neugierig sind wir schon auf Land und Leute und vor allem die kulinarischen Genüsse.

Panama City ist eine sehr moderne Stadt, wir staunten nicht schlecht als sich auf dem Weg vom Flughafen eine beeindruckende Skyline vor uns auftat.

Nach einer äußerst geruhsamen Nacht war unser erster Stop natürlich der Panama Kanal, besser gesagt, das vor gut zehn Jahren eigens für Besucher neu eröffnete Besucherzentrum „Miraflores Locks“. Hier kann man die Pazifik Ein- und Ausfahrt des Panamakanals mit den riesigen schleusen bestaunen. Das war ein echtes Highlight!

Weiter ging es dann zur Altstadt Casco Viejo, den historischen Teil der Stadt mit seinen malerischen Gassen und Kolonialhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Vieles hier wird gerade renoviert, einiges ist schon fertig und ein bisserl was ist noch im „Originalzustand“. Sehr interessant ist, dass die noch nicht erneuerten Gebäude zwar alle hölzerne Fensterläden haben, in den Fenstern aber keine Fensterscheiben aufweisen.