Geschichten vom dreckigen Entlein

Bali ist für seine Zubereitung der Ente berühmt. Enten gelten hier (wie auch bei uns) als höherwertig verglichen zu Hendl und werden von allen Bevölkerungsklassen gespeist.

Wir haben das gleich zweimal während unseres Aufenthalts in Ubud probiert:

Als erstes wurde uns von Mirjams Schwestern die Ente (indonesisch „Bebek“) in unserem Hotel/Resort „Wapa di Ume“ nahegelegt. Es gibt sie hier in zwei Zubereitungsarten: als Bebek Megoreng und als marinierte Bebek Mepanggang.

Wir haben beide probiert und gegenseitig gekostet. Jeweils wurde eine halbe Ente serviert, die wir fast nicht auf den Teller hieven konnten, weil sie vor Zartheit bei Berührung zerfallen ist, so mürbe waren sie.

wp-1476850114188.jpgDie Enten werden scheinbar vorgekocht, um so zart zu sein, und dann unmittelbar vor dem Servieren „deep fried“. Mirjams Ente Megoreng war vom Geschmack her unserer europäischen Zubereitung sehr ähnlich.

wp-1476850064022.jpgMeine Ente Mepanggang war mit einer Gewürzmischung eingerieben und gefüllt, die hier für die Zubereitung typisch sein dürfte. Die Zutaten zur Kräuterpaste müssen zahlreich sein, man kann nur einzelne erschmecken und weiß, das noch viel mehr Gewürze und Kräuter beitragen. Jedenfalls haben wir Zitronengras, Ingwer, Curkuma, etwas Knoblauch und Zwiebel/Schalotten, sowie Nelken, Koriander, schwarzen Pfeffer und Chilis erkannt.

Neuer Tag, neues Glück…

(…für uns, nicht für die Enten…)

Stefan (links) und Ente (rechts)

Stefan (links) und Ente (rechts)

Besonders bekannt ist das Restaurant „Bebek Bengil“, das „Restaurant zu dreckige Ente“. Ich war bereits vor 9 Jahren hier essen und habe es als besonderes Erlebnis in Erinnerung. Den Namen hat das Restaurant übrigens selbst gewählt, nachdem kurz vor der Eröffnung  Jahr 1990 eine Entenfamilie durchgewatschelt ist und eine Menge Dreck hinterlassen hat. Die Besitzer hatten bislang keinen Namen für ihr Restaurant und waren sich nach diesem Vorfall schnell einig…

wp-1476849968610.jpgAm Eingang des sehr großen Restaurants, das durch einen großen Garten mit mehreren Wasserbecken und Springbrunnen aufgelockert wird und bei einem Reisfeld endet, wurden wir von einer tiefenentspannten Katze empfangen. Wobei „empfangen“ das falsche Wort ist, weil es einen aktiven Vorgang beschreibt, was es definitiv nicht war. Aber seht am Foto selbst.

wp-1476849892961.jpgServiert wurde und wird eine ganze Ente (angeboten als Speise für zwei Personen), leicht geräuchert, als Aperitiv ein Papaya-Wassermelonen-Saft und zahlreiche Beilagen: Satay-Spieße mit Huhn (vielleicht als Beilage zum Enten-Menü nicht ganz schlüssig), gebratene Fisolen/(Mung/)-Sojabohnensprossen, knusprige Reischips, Reis und zwei Saucen: eine erinnert an Ayvar und die andere ist ölig mit Pfefferoni, Chili und kleinen roten Zwiebeln.

wp-1476849634809.jpgFrüher musste man diese Ente einen Tag vorbestellen, davon ist man aber mittlerweile abgekommen: die „Smoked Dirty Duck“ gibt es á la carte täglich ohne Vorbestellung.

wp-1476861227400.jpgAuch diese Ente wurde mit der erwähnten Kräuterpaste kräftig gestopft und eingerieben, bevor sie diesmal allerdings offenbar im Rohr gebraten wurde. Sie zerfällt ebenso, ist aber leider vergleichsweise ein bißerl trockener gewesen.
Der Gewinner unseres Entenvergleichsessens ist somit die Bebek Megoreng vom Restaurant im Wapa di Ume, sie wird auch als „Mr. Wayan’s (Küchenchef?) favouried deep fried duck“ im Hotel angepriesen.

Ente gut, alles gut.

Hier habe ich ein paar Rezepte mit Fotos gefunden, die ich nicht vorenthalten möchte, falls es jemand ausprobieren will. Auch die Zubereitung der typischen Kräuterpaste wird hier noch genauer beschrieben:

Ein Gedanke zu „Geschichten vom dreckigen Entlein

  1. Hallo ihr beiden.

    Toller Ulaub, genießt es 😉
    Schwierig die Bilder hungrig im Büro zu sehen, bei Regen und Kälte draussen.

    lg
    Flo

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