Ubud

Wir sind mittlerweile in Ubud angekommen. Ubud liegt im Landesinneren und wird den Touristen als kultureller, künstlerischer und spiritueller Mittelpunkt der Insel verkauft, oft auch als das „echte Bali“. Nicht zuletzt durch „Eat, Pray, Love“, dem Blockbuster mit Julia Roberts suchen hier unzählige TouristInnen… tja, was eigentlich genau???

Auf den ersten Blick erschließt sich mir weder der künstlerische Hintergrund, noch die spirituelle Tiefe dieses Ortes, bloß belangloser Kommerz, wo auch immer man hin sieht. Die vielen angebotenen Souvenirs kann man kaum als künstlerisch besonders wertvoll erachten und dass an jeder Ecke ein Massagesalon um Kunden keilt, macht aus einem Ort noch lange kein holistisches Zentrum. Aus dem Norden der Insel kommend, wo wir einen klitzekleinen Blick auf den Alltag der Einheimischen erheischen konnten, wie sie leben, was sie essen, wie sie feiern, liegt dem „echten Bali“ nichts ferner als die Shopping-Hochburg Ubud. img_1114

Unzählige Backpacker hängen hier abends in Lokalen rum, essen im Liegen von großen Tischen, die man mit Unbekannten teilt. Scheint sehr en vogue zu sein. Ich will beim Abendessen aber nicht die ungewaschenen Füße meiner Mitmenschen betrachten müssen und noch weniger steht mir der Sinn nach Reisebekanntschaften oder auf die stets oberflächlichen Unterhaltungen, die die Eckpunkte der jeweils anderen Reise abfragen.img_4043img_1127

Aber vielleicht habe ich ganz einfach zu viel erwartet und hatte nur einen missglückten Einstieg und eventuell werde ich ja noch warm mit der Sehnsuchtsstätte so vieler sinnsuchender Reisender seit den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts, als der deutsche Musiker und Maler Walter Spies den Kult „Bali – Ubud“ begründete. Mal sehen…

 

 

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