Weinlese

IMG_5028

Seit letztem Samstag sind meine Schwester und ich stolze Besitzerinnen eines Weingartens. Wir haben zwar keinen blassen Schimmer von der Weinerzeugung und auch nicht die nötige Zeit, um uns dem Weinbau zu widmen, fanden es aber dennoch eine großartige Idee, ein Fleckerl Land mit ein paar Reben darauf zu erwerben. Und was für ein hübsches Fleckerl Erde….?Überraschender Weise war im Kaufpreis auch schon die heurige Ernte enthalten, was uns vor so einige Herausforderungen gestellt hat:  wer pflückt die Trauben? wer presst sie und wohin mit dem ganzen Most? Dankenswerter Weise konnten wir uns an die Weinlese meines Onkels dranhängen, der sich um alles von der Organisation bis hin zur Verpflegung der Erntehelfer gekümmert hat. Hier ein ganz besonderer Dank an meine Tante Ljubica und meinen Onkel Zvonimir, ohne die wir nicht einen einzigen Tropfen Wein ins Fass gebracht hätten.IMG_5010

Viele wissen natürlich, was bei so einer Weinlese geschieht. Für all jene, die noch nie dabei waren, hier eine kurze Beschreibung. Früh am Morgen treffen alle Freunde und Familienmitglieder ein, die sich bereit erklärt haben zu helfen. Um etwas in Schwung zu kommen, gibt’s mal für jeden ein Schnapserl, und dann wird so richtig deftig gefrühstückt. Es gibt hausgemachte Würste und Speck, dazu Kraut und Brot. Und jede Menge Kuchen.

Dermaßen gut gestärkt, kann man sich auch schon den ersten Spritzer genehmigen und auf eine hoffentlich ertragreiche Ernte anstoßen. Danach ist es auch schon Zeit zur Rollenverteilung: Pflücker, Buttenträger, Presser, Getränketräger; jeder wird eingeteilt und mit dem jeweiligen Werkzeug ausgestattet. Bei uns wird noch per Hand gepflückt, das heißt die Pflücker bekommen einen Kübel und eine Schere in die Hand gedrückt und haben sich paarweise um jeweils eine Reihe Reben zu kümmern.20150912_094800 Damit die Pflücker fließend und zügig ihrer Arbeit nachgehen können, kommen immer wieder die Buttenträger, die am Rücken die Butten tragen. Jeder Pflücker schüttet seinen vollen Kübel Trauben in die Butte. In den Butten werden dann die Trauben zur ersten Mühle gebracht, wo sie entrappt werden; 20150912_121534 das heißt, die Beeren werden von den Stielen abgetrennt, und die Trauben zerdrückt. Das daraus entstandene dickflüssige Gemisch aus Fruchtfleisch, Traubenkernen, Schalen und Saft nennt man Maische. Damit sich sämtliche Aromastufen und Geschmacksstoffe besser lösen können, lässt man die Maische für einige 20150912_113430Stunden ruhen, bevor man daraus mit einer Weinpresse den Most gewinnt.  Der Most 20150912_105454wird in Fässer gefüllt, geschwefelt und anschließend zur Gärung für einige Zeit sich selbst überlassen. Mit etwas Glück kann man dann in ein paar Monaten erstmals seinen  eigenen Wein verkosten.  Und damit so eine Weinlese nicht nur knochenharte Arbeit ist, sondern auch etwas Stimmung aufkommt, wird fortwährend Wein ausgeschenkt und auch sonst für das leibliche Wohl der Erntehelfer gesorgt. Nur wenige Stunden nach dem schon sehr reichhaltigen Frühstück gab es ein noch reichhaltigeres Mittagessen, für das so einige Tierchen ihr Leben lassen mussten: Enten, Schweinderl und einige Hendln, die dann köstlich zubereitet auf unserem Tisch landeten.

20150912_12461120150912_124602

20150912_12462620150912_131510

Wir freuen uns natürlich schon riesig auf die Verkostung unseres ersten selbst gekelterten Rieslings….

20150912_113543

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beantworte folgende Rechenaufgabe (ergänze die fehlende Stelle) * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.